Retla_02A Seniorin mit Esel
Retla_02B Seniorin mit Küken

Tiere für die Seelen

Tiere erreichen Menschen mit Demenz auch dann noch, wenn Worte es schon lange nicht mehr können. Ziegen, Esel, Hühner, Laufenten oder Hunde – Retla unterstützt finanziell den Tierbereich des AWO Demenz Zentrum in Wolfratshausen. 69 Seniorinnen und Senioren leben so mit ihren Sinnen wieder auf, weil sie fröhlicher und viel lebendiger werden, weil Depressionen und Aggressionen schwinden.

„Das war einer der berührendsten Momente in meiner Arbeit“, erzählt Gabriele Strauhal, beim AWO Demenz Zentrum in Wolfratshausen zuständig für Qualität und Ethik. Sie spricht von einem Bewohner, der quasi bewegungslos nur noch vor sich hin dämmerte, auf gar nichts reagierte, nicht auf Worte und auch nicht auf Berührungen. Schließlich brachte die Tochter ihren Hund mit, der aufs Bett hüpfen durfte. „Und dann begann der alte Mann sich zu regen, er versuchte die Augen zu öffnen, und er gab Töne von sich – da bekomme ich heute noch Gänsehaut.“

Tiere erreichen Menschen mit Demenz auch dann noch, wenn Worte es schon lange nicht mehr können. Weil die Tiere wie ein „Türöffner“ wirken, so Gabriele Strauhal. Mit Tieren treten viele der Heimbewohner wieder ein Stück mehr nach außen, in Beziehung. Und, da wird noch etwas aufgestoßen, eine weitere Tür, eine, die in ein früheres Leben führt, in ein Leben mit der Natur, mit Vertrautem, das Sicherheit bietet. So wichtig ist das, weil das Vergessen so viel Unsicherheit in sich birgt, manchmal so unleidig werden lässt.

Im AWO-Zentrum stehen die Menschen mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund – statt reiner Versorgungsmentalität. Viele Bewohner sind unruhig, haben die Tendenz, dagegen anzulaufen. Damit sie nicht orientierungslos in der Umgebung herumirren, sind Haus- und Gartentür abgeschlossen. Doch der Garten, der für sie immer offen ist, bietet einen Rundweg mit vielen Anregungen. Und mittendrin der Tierbereich.

Und mittendrin der Tierbereich. Carlo und Fritz, zwei einstige französische Wildesel kommen an den Zaun, schnuppern, lassen sich streicheln. Einige Ziegen kommen neugierig angelaufen. …….. hat sich mit einer Pflegerin hineingewagt in das Gehege. Eine der Ziegen will mit ihr spielen, schenkt der älteren Dame ihr fröhlichstes Meckern und stupst sie an. …. ist erst ein wenig erschrocken und dann beginnt sie zu lachen.

Seit es das Gehege gibt, sind die Bewohner viel häufiger im Garten, manche werden sogar in ihren Betten rausgeschoben. Zwei Frauen sitzen am Rand auf einem Bänkchen, beide haben Hühner auf dem Schoß. Geduldig bleiben die Zwerghühner mit den weichen Federn sitzen, scheinen das sanfte Streicheln zu genießen. Tier und Mensch strahlen eine innige Zufriedenheit aus.

Trotz Demenz, es ist immer noch viel da, zum Spüren, zum Wohlfühlen, zum Zufriedensein. „Wenn unsere Bewohner mit den Tieren sind, haben wir oft so ganz besondere Momente“, so Gabriele Strauhal.

Retla unterstützt, weil Tiere Seelen erreichen.

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