Adventskalender für die Ohren:
24 Türchen in die Vergangenheit
Früher war Weihnachten anders. Ruhiger. Intensiver. 24 Episoden zum Hören bringen dieses Gefühl zurück. Welche Traditionen gab es? Was war in der Adventszeit wichtig? 24 Menschen erzählen von echten Weihnachtsmomenten…
Adventskalender für die Ohren:
24 Türchen in die Vergangenheit
Früher war Weihnachten anders. Ruhiger. Intensiver. 24 Episoden zum Hören bringen dieses Gefühl zurück. Welche Traditionen gab es? Was war in der Adventszeit wichtig? 24 Menschen erzählen von echten Weihnachtsmomenten…
Rüdiger Krause, Märchenerzähler mit Eltern aus Berlin
Ganz anders als im Allgäu: Bei Rüdiger Krause in Düsseldorf kam der Weihnachtsmann mit dicken Augenbrauen. Just in dem Moment, in dem sein Vater beim Brot holen war. Auch wichtig an Heiligabend: Die Lieder aus dem Tchibo-Heftchen, bunte Papp-Weihnachtsteller und die Merklin-Eisenbahn, die funken sprühte und spektakuläre Unfälle fabrizierte. Das letzte Türchen transportiert die wichtigste Botschaft von allen: Erzählt mehr! „Nichts hält lebendiger“, sagt Rüdiger Krause.

Imre Török, Schriftsteller aus der Ewigkeit
Er kam als jugendlicher Flüchtling aus Ungarn nach Deutschland und wohnt heute im Weiler Ewigkeit. Der ehemalige Bundesvorsitzende des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller erzählt von Zeiten ohne Butter, von silbern verpackten Süßigkeiten am Baum, von seiner Karriere als tanzender Schulnikolaus und von lustigen Weihnachtsfeiern mit ausländischen Studierenden an der Universität in Tübingen.

Helga Benk, Tochter eines Buchhalters und Flüchtlingskind im Allgäu
Sie kam als kleines Mädchen in rutschigen Gummistiefeln aus dem warmen Kolumbien ins Allgäu. Sie erzählt von grausigen „Klose“, von Kinderzimmern mit Eisblumen und einem Kakao fürs Herz. Im Winter 1944 bestand ihr Heiligabend aus einer nächtlichen Wanderung – ohne Geschenke. Freude in winterlichen Kindertagen empfand sie hinter der Firma Dethleffs auf einem rutschigen Hügel – und wenn der Mann vom Schlachthof kam…

Werner Ott, Erinnerungen aus der Schweiz in Isny
Werner Ott kommt aus Ottenbach im Kanton Zürich. Er erzählt von „Schmutzli“ (Knecht Ruprecht), der Tradition der „Spräggele“ (mit Nägelzähnen) und von leckeren „Schenkeli“ – eigentlich ein Faschingsgebäck, das es bei Otts zu Weihnachten gab. Er sauste auf angeschraubten Schlittschuhen übers Eis und schlitterte auf noch verkehrsfreien Straßen durch den Ort.

Karl Volkwein, Flügelhornspieler und „Musik Opa“ aus Deuchelried
Sein Leben: die Musik. 70 Jahre schon spielt Karl Volkwein in einer „sehr guten Oberstufenkapelle“ im Allgäu und genießt rund um die Festtage die gediegene und warme Musik. „Früher war Blasmusik in der Kirche verpönt“, sagt er. Heute gibt es für ihn nichts Schöneres. In seiner Kindheit holte der Vater den Christbaum nachts aus dem Wald. Ebenfalls Pflicht im Rahmen der Feiertage: ein „Krippele“ mit einem „oifacha Bettle“.

Hans Rudhart, Olympionike der Nordischen Kombination aus Maierhöfen
Mutter Rudhart hatte neun Kinder – alles Hausgeburten. „Weihnächta“ war auf dem Hof immer sehr bescheiden. Und spannend bis zum Schluss: War das Christkind überhaupt da? Das Fest bescherte den Kindern eine „Mordsfreude“ – und Hans Langlaufski, die ihm den Weg über Loipen und Skisprungschanzen bis zu den olympischen Spielen bahnten. Eine sportliche Karriere, die unterm Christbaum startete.

Johanna Hofer-Kink, die Lebkuchen hinterm Fensterladen fand
In der Adventszeit durften sie an artigen Tagen die Krippe mit Strohhalmen fürs Christkind ausstatten – als Belohnung. An Heiligabend steckten Wunderkerzen ihre nagelneue Puppenwiege in Brand, und die Silvesterbläser verschlief sie in der warmen Stube. Die aktive Museumskraft erzählt von einem schneeweiß geschmückten Christbaum im Schloss (mit einer Maus und Vögeln) und von hochwertigen „Koestel-Engeln“, die von Isny aus die ganze Welt eroberten.

Wilhelm Blaser, 100-Jähriger aus Wiggensbach
„Früher war Weihnachten ein bisschen sparsamer“, sagt der Zehntgeborene von zwölf Kindern – und lacht. Munter erzählt er von einem Teller voller Springerle, Weihnachtspäckchen an der Front in Ostpreußen, Kanistern voller Glühwein und von haushohen Schneeverwehungen. Jeder einzelne Aspekt streckenweise „eine harte Sach“, sagt Blaser, der alles hat und nichts mehr braucht. Außer gute Knie: „Damit ich wieder tanzen kann.“

Christa Maria Lohnert, Mondscheinrodlerin
Die Tochter eines Musikers und einer Künstlerin wuchs auf einem Einöd-Hof in bescheidenen Verhältnissen auf. Die Mutter hielt die Familie mit Schneiderarbeiten über Wasser. Zu Weihnachten gab’s bunte Strümpfe, echte Kerzen und leckere Kartoffelknödel. Christa Maria Lohnert verlor beide Brüder in jungen Jahren und fand danach festen Halt im Glauben. An Weihnachten feiert sie ihre besonders innige Beziehung zu Gott.

Gebhard Mayer, Bäcker und Gemeinderat in Isny
Früher war Weihnachten leiser. Und weicher, wenn Schnee lag. Gebhard Mayer erinnert sich in diesem Türchen an das duftende Birnenbrot und daran, was das Fest mit Müttern macht. Vor Weihnachten war die Backstube eine „total andere Welt“. Sein Kindheitshighlight an den Festtagen: die Eisenbahn. „Wir hatten keine Zeit für Kirche. Wir mussten auf den Zug!“ Eine Folge voller unbeschreiblicher Erlebnisse zwischen Trafo und Spritzbeutel.

Mathilde Conrad, Tochter einer Künstlerin aus Isny
Heiterer kann man das Fest kaum feiern: Mathilde Conrad bereitet sorgfältig vor, was am Ende lustig wird – und würdig! In einem Jahr brachte sie an Heiligabend selbst ein Kind zur Welt und erzählt bis heute ihren Enkeln von „Engele, die backen“, wenn sich der Himmel rot färbt. Die kreative Tochter einer Künstlerin und eines rheinischen Landarztes beschreitet das Fest voller Mitgefühl. Von ihr gibt es Tipps, wie man an Weihnachten ganz leicht die Stimmung heben kann.

Verena Teske, Hobbyschauspielerin aus Buchenberg
Sie zitterten, ob es überhaupt einen Baum geben würde. Und Geschenke! „Wir hatten ja nichts“, sagt Verena Teske, die nach dem Krieg im schönen Bückeburg aufwächst. „Wir waren geübt im Entbehren.“ Als es am Weihnachtsabend nach Tannengrün duftete, konnte sie ihren Augen kaum glauben. Ein Baum! Mit Schnee! Eine Folge, die Zuhörer zu Tränen rührt – und gleichzeitig zum Lachen bringt.

Herrmann Seeger, Pfarrer i.R. in Isny
Die Katze war’s. Sie brachte bei Familie Seeger den Christbaum zu Fall. Der Vater stibitzte Plätzchen und der junge Herrmann betete und sang jeden Morgen vor der Krippe. Früher sei Weihnachten „viel oifacher“ (viel einfacher) gewesen. In seinen Weihnachtspredigten staunte der aktive Pfarrer über die Stille und die Stimmung. In seinem „Türchen zur Vergangenheit“ erzählt er außerdem vom Brauch des „Frauentragens“.

Diemuth Mayer, Buchhändlerin aus Isny
Bei Mayers gab’s früher für jeden ein Buch. Immer. Und andere eher ulkige Geschenke. Diemuth Mayer erzählt von der Tradition des Barbaratages, bei dem ein Zweig zum Blühen kommt, und von einer Puppe ohne Haare. Von tatsächlich rauchendem Rauchfleisch und vom Phänomen der Raunächte, die traditionell mit Lesen verbracht werden. Ihr zweites zentrales Thema: Singen! Zu der Melodie der „Weihnachtsbäckerei …“ und zu Blechbläsern auf dem nächtlichen Rathausbalkon in der heiligen Nacht.

Hannelore Goril, Flüchtlingstochter aus Maierhöfen
Ihre Kindheit war bescheiden – aber „viel schöner als heute“. Hannelore Goril rodelte im Rock mit dem Pappschulranzen die Berge hinunter und versteckte sich in einer Schneewehe. Weihnachten war für sie eine karge Angelegenheit. Die Kinder bekamen damals nur ein einziges Geschenk: einen rot polierten Apfel. „Wer Glück hatte, bekam eine Apfelsine – aber da gehörte man schon zu den Besseren.“

Ronny Grubart, Schausteller aus Isny im Allgäu
Der erst 38-Jährige erzählt von seinem Vater und den ersten Weihnachtsmärkten in Isny. Dieses „Türchen zur Vergangenheit“ beleuchtet die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte der Region. Ronny Grubert erzählt, wie der Zauber entsteht, und verrät ein streng geheimes Rezept – jedenfalls fast. Eine Folge voller Leidenschaft für einen ungewöhnlichen Beruf – bei dem sich Paare finden.

Lisa Huber, Sportlerin aus Maierhöfen
Sie war flink und mutig – und meistens auf den Ski unterwegs. Weihnachten feierte sie viele Jahre im Kreise der Familie, die ihr bis heute wichtig ist. Besonders ulkig: Tochter Iris sagte bei jedem ausgepackten Kleidungsstück „des basst“ – obwohl sie es gar nicht anprobierte. In dieser Folge enttarnen Kinder den Nikolaus, fesseln sportliche Höchstleistungen und verzaubern musikalische Momente mit dem Akkordeon.

Herta Felle, Spielwarenhändlerin aus Isny im Allgäu
Als Kind durfte sie von einem kleinen Schemel aus die Geburt des Heilands verkünden. Später verkaufte sie im renommierten „Spielwaren Binder“ alles von der Sammeltasse bis zur Eisenbahn. Damals sorgte der Nikolaustag für eisige Bärte und guten Umsatz. Ihr persönliches Highlight: Kaufladen und Puppenstube – und eine Schachtel voller Kleinigkeiten.

Alexander Fürst von Quadt aus Isny im Allgäu
„Früher war Weihnachten einfacher“, sagt Alexander Quadt, der im Isnyer Schloss wohnt, in dessen Hof der Weihnachtsmarkt stattfindet. In seiner Kindheit gab es Lob und Tadel, Spitz- und Lausbuben, einen guten alten Brauch und aufregende Stunden vor dem Fest. Eine Sache ist ihm bis heute unheimlich: die Mitra und das goldene Buch im Keller…

Irene Großwendt, Tochter eines Grubenarbeiters aus Saarbrücken
Was mit Kokosnuss-Plätzchen startete, gipfelte im Duft einer gerupften Bettfedergans. Irene Großwendt erzählt von Spritzgebäck aus der Fleischmaschine und von aufrichtigem Mitgefühl unter Geschwistern. Von anstrengenden Pflichten, einer großen roten Schleife an der Tür und von einem verstopften Schlüsselloch.

Hans Wagner, Zimmermann aus Isny im Allgäu
Familie Wagner hatte eine kleine Krippe mit echten Dachschindeln. Vor Weihnachten badete er in der Blechbadewanne und durfte Schokolade im Pfännchen im großen Backofen schmelzen. Hans Wagners Vater kam aus Nürnberg und wusste, wie die Festtage schmecken müssen: nach Stollen und nach Birnenbrot. „Wir hatten nicht viel, aber wir waren zufrieden.“

Edith Raunecker, Lehrerin aus Isny im Allgäu
Sie unterrichtete 40 Jahre an der Grundschule in Isny. Dort sorgte sie für heimelige Weihnachtsstimmung mit bunten Fensterbildern. Als Kind freute sie sich, die „geheime Prinzessin“, an Glitzerglaskugeln, am Glockenklang der Kirche und an ihrer Puppe „Inge“, für die sie sich dringend Haare wünschte. Alles festgehalten per Blitzlichtbildern – mit Zündschnur und Beutel.

Dr. Johannes Düweling, Gynäkologe aus Isny im Allgäu
Der Geburtshelfer verbrachte seine Kindheit ab dem zehnten Lebensjahr im Internat. Weihnachten feierte er zu Hause in der „guten Stube“. Davor begleitete er den Nikolaus beim Umzug durch die Stadt Meppen. Der Mediziner erzählt von grausigem Klausentreiben im Allgäu und von den Kaninchen „Urbi“ und „Orbi“ unterm Weihnachtsbaum.

Sigrid Jork, Obstgroßhändlerin aus Isny im Allgäu
Früher war das Essen an Heiligabend eher einfach. Später gab es „Karpfen Blau“ – in schlesischer Lebkuchensoße. Sigrid Jork erzählt von Teigkugeln in einem Backapparat, von kaputten Puppen, von Nüssen und Südfrüchten, die sie an Lebensmittelhändler lieferte. Und von einer zu kleinen Weihnachts-Bananenkiste.

Rüdiger Krause, Märchenerzähler mit Eltern aus Berlin
Ganz anders als im Allgäu: Bei Rüdiger Krause in Düsseldorf kam der Weihnachtsmann mit dicken Augenbrauen. Just in dem Moment, in dem sein Vater beim Brot holen war. Auch wichtig an Heiligabend: Die Lieder aus dem Tchibo-Heftchen, bunte Papp-Weihnachtsteller und die Merklin-Eisenbahn, die funken sprühte und spektakuläre Unfälle fabrizierte. Das letzte Türchen transportiert die wichtigste Botschaft von allen: Erzählt mehr! „Nichts hält lebendiger“, sagt Rüdiger Krause.

Imre Török, Schriftsteller aus der Ewigkeit
Er kam als jugendlicher Flüchtling aus Ungarn nach Deutschland und wohnt heute im Weiler Ewigkeit. Der ehemalige Bundesvorsitzende des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller erzählt von Zeiten ohne Butter, von silbern verpackten Süßigkeiten am Baum, von seiner Karriere als tanzender Schulnikolaus und von lustigen Weihnachtsfeiern mit ausländischen Studierenden an der Universität in Tübingen.

Helga Benk, Tochter eines Buchhalters und Flüchtlingskind im Allgäu
Sie kam als kleines Mädchen in rutschigen Gummistiefeln aus dem warmen Kolumbien ins Allgäu. Sie erzählt von grausigen „Klose“, von Kinderzimmern mit Eisblumen und einem Kakao fürs Herz. Im Winter 1944 bestand ihr Heiligabend aus einer nächtlichen Wanderung – ohne Geschenke. Freude in winterlichen Kindertagen empfand sie hinter der Firma Dethleffs auf einem rutschigen Hügel – und wenn der Mann vom Schlachthof kam…

Werner Ott, Erinnerungen aus der Schweiz in Isny
Werner Ott kommt aus Ottenbach im Kanton Zürich. Er erzählt von „Schmutzli“ (Knecht Ruprecht), der Tradition der „Spräggele“ (mit Nägelzähnen) und von leckeren „Schenkeli“ – eigentlich ein Faschingsgebäck, das es bei Otts zu Weihnachten gab. Er sauste auf angeschraubten Schlittschuhen übers Eis und schlitterte auf noch verkehrsfreien Straßen durch den Ort.

Karl Volkwein, Flügelhornspieler und „Musik Opa“ aus Deuchelried
Sein Leben: die Musik. 70 Jahre schon spielt Karl Volkwein in einer „sehr guten Oberstufenkapelle“ im Allgäu und genießt rund um die Festtage die gediegene und warme Musik. „Früher war Blasmusik in der Kirche verpönt“, sagt er. Heute gibt es für ihn nichts Schöneres. In seiner Kindheit holte der Vater den Christbaum nachts aus dem Wald. Ebenfalls Pflicht im Rahmen der Feiertage: ein „Krippele“ mit einem „oifacha Bettle“.

Hans Rudhart, Olympionike der Nordischen Kombination aus Maierhöfen
Mutter Rudhart hatte neun Kinder – alles Hausgeburten. „Weihnächta“ war auf dem Hof immer sehr bescheiden. Und spannend bis zum Schluss: War das Christkind überhaupt da? Das Fest bescherte den Kindern eine „Mordsfreude“ – und Hans Langlaufski, die ihm den Weg über Loipen und Skisprungschanzen bis zu den olympischen Spielen bahnten. Eine sportliche Karriere, die unterm Christbaum startete.

Johanna Hofer-Kink, die Lebkuchen hinterm Fensterladen fand
In der Adventszeit durften sie an artigen Tagen die Krippe mit Strohhalmen fürs Christkind ausstatten – als Belohnung. An Heiligabend steckten Wunderkerzen ihre nagelneue Puppenwiege in Brand, und die Silvesterbläser verschlief sie in der warmen Stube. Die aktive Museumskraft erzählt von einem schneeweiß geschmückten Christbaum im Schloss (mit einer Maus und Vögeln) und von hochwertigen „Koestel-Engeln“, die von Isny aus die ganze Welt eroberten.

Wilhelm Blaser, 100-Jähriger aus Wiggensbach
„Früher war Weihnachten ein bisschen sparsamer“, sagt der Zehntgeborene von zwölf Kindern – und lacht. Munter erzählt er von einem Teller voller Springerle, Weihnachtspäckchen an der Front in Ostpreußen, Kanistern voller Glühwein und von haushohen Schneeverwehungen. Jeder einzelne Aspekt streckenweise „eine harte Sach“, sagt Blaser, der alles hat und nichts mehr braucht. Außer gute Knie: „Damit ich wieder tanzen kann.“

Christa Maria Lohnert, Mondscheinrodlerin
Die Tochter eines Musikers und einer Künstlerin wuchs auf einem Einöd-Hof in bescheidenen Verhältnissen auf. Die Mutter hielt die Familie mit Schneiderarbeiten über Wasser. Zu Weihnachten gab’s bunte Strümpfe, echte Kerzen und leckere Kartoffelknödel. Christa Maria Lohnert verlor beide Brüder in jungen Jahren und fand danach festen Halt im Glauben. An Weihnachten feiert sie ihre besonders innige Beziehung zu Gott.

Gebhard Mayer, Bäcker und Gemeinderat in Isny
Früher war Weihnachten leiser. Und weicher, wenn Schnee lag. Gebhard Mayer erinnert sich in diesem Türchen an das duftende Birnenbrot und daran, was das Fest mit Müttern macht. Vor Weihnachten war die Backstube eine „total andere Welt“. Sein Kindheitshighlight an den Festtagen: die Eisenbahn. „Wir hatten keine Zeit für Kirche. Wir mussten auf den Zug!“ Eine Folge voller unbeschreiblicher Erlebnisse zwischen Trafo und Spritzbeutel.

Mathilde Conrad, Tochter einer Künstlerin aus Isny
Heiterer kann man das Fest kaum feiern: Mathilde Conrad bereitet sorgfältig vor, was am Ende lustig wird – und würdig! In einem Jahr brachte sie an Heiligabend selbst ein Kind zur Welt und erzählt bis heute ihren Enkeln von „Engele, die backen“, wenn sich der Himmel rot färbt. Die kreative Tochter einer Künstlerin und eines rheinischen Landarztes beschreitet das Fest voller Mitgefühl. Von ihr gibt es Tipps, wie man an Weihnachten ganz leicht die Stimmung heben kann.

Verena Teske, Hobbyschauspielerin aus Buchenberg
Sie zitterten, ob es überhaupt einen Baum geben würde. Und Geschenke! „Wir hatten ja nichts“, sagt Verena Teske, die nach dem Krieg im schönen Bückeburg aufwächst. „Wir waren geübt im Entbehren.“ Als es am Weihnachtsabend nach Tannengrün duftete, konnte sie ihren Augen kaum glauben. Ein Baum! Mit Schnee! Eine Folge, die Zuhörer zu Tränen rührt – und gleichzeitig zum Lachen bringt.

Herrmann Seeger, Pfarrer i.R. in Isny
Die Katze war’s. Sie brachte bei Familie Seeger den Christbaum zu Fall. Der Vater stibitzte Plätzchen und der junge Herrmann betete und sang jeden Morgen vor der Krippe. Früher sei Weihnachten „viel oifacher“ (viel einfacher) gewesen. In seinen Weihnachtspredigten staunte der aktive Pfarrer über die Stille und die Stimmung. In seinem „Türchen zur Vergangenheit“ erzählt er außerdem vom Brauch des „Frauentragens“.

Diemuth Mayer, Buchhändlerin aus Isny
Bei Mayers gab’s früher für jeden ein Buch. Immer. Und andere eher ulkige Geschenke. Diemuth Mayer erzählt von der Tradition des Barbaratages, bei dem ein Zweig zum Blühen kommt, und von einer Puppe ohne Haare. Von tatsächlich rauchendem Rauchfleisch und vom Phänomen der Raunächte, die traditionell mit Lesen verbracht werden. Ihr zweites zentrales Thema: Singen! Zu der Melodie der „Weihnachtsbäckerei …“ und zu Blechbläsern auf dem nächtlichen Rathausbalkon in der heiligen Nacht.

Hannelore Goril, Flüchtlingstochter aus Maierhöfen
Ihre Kindheit war bescheiden – aber „viel schöner als heute“. Hannelore Goril rodelte im Rock mit dem Pappschulranzen die Berge hinunter und versteckte sich in einer Schneewehe. Weihnachten war für sie eine karge Angelegenheit. Die Kinder bekamen damals nur ein einziges Geschenk: einen rot polierten Apfel. „Wer Glück hatte, bekam eine Apfelsine – aber da gehörte man schon zu den Besseren.“

Ronny Grubart, Schausteller aus Isny im Allgäu
Der erst 38-Jährige erzählt von seinem Vater und den ersten Weihnachtsmärkten in Isny. Dieses „Türchen zur Vergangenheit“ beleuchtet die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte der Region. Ronny Grubert erzählt, wie der Zauber entsteht, und verrät ein streng geheimes Rezept – jedenfalls fast. Eine Folge voller Leidenschaft für einen ungewöhnlichen Beruf – bei dem sich Paare finden.

Lisa Huber, Sportlerin aus Maierhöfen
Sie war flink und mutig – und meistens auf den Ski unterwegs. Weihnachten feierte sie viele Jahre im Kreise der Familie, die ihr bis heute wichtig ist. Besonders ulkig: Tochter Iris sagte bei jedem ausgepackten Kleidungsstück „des basst“ – obwohl sie es gar nicht anprobierte. In dieser Folge enttarnen Kinder den Nikolaus, fesseln sportliche Höchstleistungen und verzaubern musikalische Momente mit dem Akkordeon.

Herta Felle, Spielwarenhändlerin aus Isny im Allgäu
Als Kind durfte sie von einem kleinen Schemel aus die Geburt des Heilands verkünden. Später verkaufte sie im renommierten „Spielwaren Binder“ alles von der Sammeltasse bis zur Eisenbahn. Damals sorgte der Nikolaustag für eisige Bärte und guten Umsatz. Ihr persönliches Highlight: Kaufladen und Puppenstube – und eine Schachtel voller Kleinigkeiten.

Alexander Fürst von Quadt aus Isny im Allgäu
„Früher war Weihnachten einfacher“, sagt Alexander Quadt, der im Isnyer Schloss wohnt, in dessen Hof der Weihnachtsmarkt stattfindet. In seiner Kindheit gab es Lob und Tadel, Spitz- und Lausbuben, einen guten alten Brauch und aufregende Stunden vor dem Fest. Eine Sache ist ihm bis heute unheimlich: die Mitra und das goldene Buch im Keller…

Irene Großwendt, Tochter eines Grubenarbeiters aus Saarbrücken
Was mit Kokosnuss-Plätzchen startete, gipfelte im Duft einer gerupften Bettfedergans. Irene Großwendt erzählt von Spritzgebäck aus der Fleischmaschine und von aufrichtigem Mitgefühl unter Geschwistern. Von anstrengenden Pflichten, einer großen roten Schleife an der Tür und von einem verstopften Schlüsselloch.

Hans Wagner, Zimmermann aus Isny im Allgäu
Familie Wagner hatte eine kleine Krippe mit echten Dachschindeln. Vor Weihnachten badete er in der Blechbadewanne und durfte Schokolade im Pfännchen im großen Backofen schmelzen. Hans Wagners Vater kam aus Nürnberg und wusste, wie die Festtage schmecken müssen: nach Stollen und nach Birnenbrot. „Wir hatten nicht viel, aber wir waren zufrieden.“

Edith Raunecker, Lehrerin aus Isny im Allgäu
Sie unterrichtete 40 Jahre an der Grundschule in Isny. Dort sorgte sie für heimelige Weihnachtsstimmung mit bunten Fensterbildern. Als Kind freute sie sich, die „geheime Prinzessin“, an Glitzerglaskugeln, am Glockenklang der Kirche und an ihrer Puppe „Inge“, für die sie sich dringend Haare wünschte. Alles festgehalten per Blitzlichtbildern – mit Zündschnur und Beutel.

Dr. Johannes Düweling, Gynäkologe aus Isny im Allgäu
Der Geburtshelfer verbrachte seine Kindheit ab dem zehnten Lebensjahr im Internat. Weihnachten feierte er zu Hause in der „guten Stube“. Davor begleitete er den Nikolaus beim Umzug durch die Stadt Meppen. Der Mediziner erzählt von grausigem Klausentreiben im Allgäu und von den Kaninchen „Urbi“ und „Orbi“ unterm Weihnachtsbaum.

Sigrid Jork, Obstgroßhändlerin aus Isny im Allgäu
Früher war das Essen an Heiligabend eher einfach. Später gab es „Karpfen Blau“ – in schlesischer Lebkuchensoße. Sigrid Jork erzählt von Teigkugeln in einem Backapparat, von kaputten Puppen, von Nüssen und Südfrüchten, die sie an Lebensmittelhändler lieferte. Und von einer zu kleinen Weihnachts-Bananenkiste.

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